Danksagung an alle Teilnehmer und Organisatioren an der Demo in Berlin und frohe Weihnachtsgrüße

Übersetzung Deutsche Gebärdensprache

Hallo an alle,
Mein Name ist Irmtraud Sieland. Ich möchte Ihnen kurz von der Demo in Berlin berichten.
Die Demo am 04.10.2013 war für uns alle sehr eindrucklich und verursachte bei uns Teilnehmern Gänsehaut.
Die Demo mit Ihren Themen:

  • Taubblinde in Isolationshaft
  • dem kulturellen Einblick in das Leben von Taubblinden
  • der symbolischen Verdeutlichung der Isoaltion mit Augenbinden und den schwarzen Eisenkugeln (Luftballon) an den Beinen

war uns unsere Sicht heraus absolut rund um gelungen.
Wir bedanken uns besonders bei dem Organisationsteam mit Kraft, Mut und Erfolg, für das Gelingen beigetragen haben und bei allen anderen Mitwirkenden (Pressesprechern, Medien, Fotografern und Videokamerateam). Wir waren begeistert von der eindrucksvollen Demo, den Prosteten, Gesprächen, Infoständen, der Gebärdensprachpoesie. Es war einfach ein herrlicher und ereignisreicher Demotag. Wir möchten nochmals besonders dafür Gudrun Marklowski-Sieke als Organisation, Sabine Springer als Moderatorin, Dieter Zelle als Organisator, Uwe Zelle als Homepagebearbeiter "Aktion Taubblind", Irmgard Reichstein als Organisatorin, Reiner Delgado als Organisator, Thomas-Paul Gluch als Helfer, allen Dolmetscher/innen, Assistent/innen und Helfern herzlich Danken.
Die Demo bewirkt hoffentlich eine Verbesserung für die Taubblinden in den Bereichen:

  • Umfeld für Taubblinde
  • Verständigung
  • Gemeinschaft und Netzwerkarbeit

Für uns war es eine sehr wichtige, bereichernde Erfahrung. Vielen Dank für die wundervolle Zeit, an die wir heute noch gerne zurückdenken!Wir wünschen Euch alle eine schöne Zeit!
Wir wünschen ein frohes Weihnachtsfest, Zeit und alle guten Wünsche für ein gesundes, neues Jahr und viel Erfolg, zur Entspannung, Besinnung auf die wirklich wichtigen Dinge und viele Lichtblicke im kommenden Jahr 2014.

 

INFO - Aktion Taubblind - Isolation zum Schluss!

Bitte hier klicken!

Demo am 04. Oktober 2013 in Berlin

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Taubblinden e.V. ruft hiermit alle Interessierten und Taubblinden auf nach Berlin, zur Demo "Taubblinde in Isolationsschaft", zu kommen.

Die Selbsthilfegruppe Taubblinde Thüringen schliest sich diesen Aufruf an und ruft hiermit alle Thüringer Taubblinde, Hörsehbehinderte, Usher Syndrom-Betroffene, Gehörlosen, Schwerhörigen und Hörenden zur Demo/Menschenkette auf. Sie findet am Freitag, den 04. Oktober 2013 vor dem Platz der Republik in Berlin statt.

Treffpunkt um 11.00 Uhr (weiteres wird noch bekannt gegeben)

Anbei das Plakat der Bundesarbeitsgemeinschaft der Taubblinden e.V., welches gern vervielfältigt und an Taubblinde, Hörsehbehinderte, Usher Syndrom-Betroffene, Gehörlose, Schwerhörige und Hörende verteilt werden kann.

Für die Bahnreisenden gibt es auch einen beliegenden Fahrplan. Bitte suchen Sie selber die Fahrplanzeit im Internet www.bahn.de raus.

Eine Begleitung oder Assistenz durch Freunde oder Angehörige muss selber organisiert werden. Die Taubblindenbetroffenen aus Thüringen dürften sich nicht weiter isolieren! Wir bitten um mehr Mithilfe und Unterstützung durch Gehörlose, Schwerhörige oder Hörende bei der Assistenz für Taubblinde. Wer möchte und kann noch helfen? Bitte per Mail an shg.tbl.th@googlemail.com anfragen.

Link: Demo : hier klicken

Link: Bahnfahrplaninformation

Plakat können Sie hier ausdrucken:

Plakat A3

Zu dem Thema "Inklusion von Taubblinden - Ein Recht darauf nicht einsam sein zu müssen!"

Übersetzung Deutsche Gebärdensprache


Hallo,

mein Name ist Irmtraud Sieland; als Gebärde Irma und ich lebe/arbeite in Thüringen.

Ich bin selbst vom Usher - Syndrom betroffen und dies äußert sich in folgenden Punkten: Blickfeldeinschränkungen = Tunnelsehen, Nachtblindheit und Gleichgewichtsstörungen.

Warum ist der Taubblinde immer isoliert ?

Ein Taubblinder kann so gut wie nie alleine seine vier Wände verlassen und eigenständig Dinge des täglichen Lebens (Unterhaltung, Besorgungen, Ausflüge etc.) erledigen.

Unser Ziel ist ein freundschaftliches Miteinander zwischen den Gehörlosen, Schwerhörigen, Hörenden und taubblinden Menschen. Wir wollen uns offen, vorbehaltlos und gemeinsam begegnen.

Taubblinde gibt es immer weniger?

Assistenz gibt es immer weniger?

Kommunikation ist fast nie barrierefrei?

Das Merkzeichen "TBL" und "Teilhabe" ist eine Notwendigkeit?

Ein Taubblinder und Usher-Syndrom-Betroffener kann nicht hören und sehen. Für eine Unterhaltung/Kommunikation benutzt er das „Taktile Gebärden“ oder "Lormen". Mit Hilfe dieser beiden Kommunikationsformen kann eine Brücke zwischen den Taubblinden und Assistenten geschlagen werden.

Taubblinde erhalten zu meist eine geringe Erwerbsunfähigkeitsrente. Diese ist jedoch sehr gering und oft ist es unmöglich davon noch eine qualifizierte Taubblindenassistenz zu bezahlen.

Der Assistenzbedarf ist hoch und eine Notwendigkeit, um den Taubblinden ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen zu können.

Wir fordern die gleichberechtigte Teilnahme aller taubblinden Menschen in allen Lebensbereichen und sind gegen jede Form von Diskriminierung aller Menschen – egal ob mit oder ohne Behinderung. Um diese Ziele zu erreichen, wünschen wir eine stärkere Assistenzförderung, bessere Information zu dem Thema „Assistenz und Taubblindheit“, sowie eine aktive Mitarbeit im politischen Bereich.

Alle Taubblinden in Deutschland sollten nicht darauf warten, dass sich sicher die Vereine, Verbände, Selbsthilfegruppen oder Bundesarbeitsgemeinschaft der Taubblinden die Forderungen erkämpfen werden. Bei der Demo, am 04. Oktober in Berlin, hast du dich Chance selbst Aktiv zu werden. Du hast nicht nur die Möglichkeit dir Gehör zu verschaffen, sonder triffst auf viele andere Taubblinde und kannst dich rege Austauschen mit ihnen. Also, komm zur Demo!

Ich komme selbst auch nach Berlin zur Demo. Bis zum 04.Oktober in Berlin – Ich freue mich darauf euch zu sehen.

Aktion Taubblind – Isolation zum Schluss!

Um den Alltag zu bewältigen, sich im Straßenverkehr zurechtzufinden, brauchen taubblinden Menschen eine Assistenz

Lothar Herz ist selbst mehrfach Sinnesbehindert und Taubblind.

Ohne Assistenz könnten viele Taubblinde niemals alleine unbeschrankte und auch beschrankte Bahnübergänge (sowohl bei Zügen als auch bei Straßenbahnen) überqueren, weil Sie nicht sehen und hören können (z.B. Ampel, Schranken, Blaulicht, Ampelklingel, Bahngeräusche, Lautsprecher). Taubblinde Menschen können Hinweisschilder und Fahrpläne in der Regel gar nicht erst lesen. Ohne den geübten Assistenten, kann ein Taubblinder seine vier Wände nicht verlassen. Und kann auch so leider nicht zum TBL-Treffen, zu wichtigen Versammlungen, zu Veranstaltungen, auf Reisen, zu den Ärzten, zu verschiedenen wichtigen Wahlen (Bundesarbeitswahl, Landtagswahl, usw.) und zu Beratungsangeboten. Taubblinde sind in ihrer Orientierung, Mobilität und Informationsaufnahme erheblich eingeschränkt. Die Assistenz muss zudem die Kommunikationssprache der Taubblinden, das Lormen oder das Taktile Gebärden, beherrschen.

Wo bleibt die Förderung durch den Staat, die Assistenzleistung für den taubblinden Menschen zu stärken? Die Verweigerung dieser notwendigen Leistungen bedeutet für die betroffenen Taubblinden soziale Isolation und ein Abrutschen in die Armut. Taubblinde benötigen also Assistenzhilfen rund um die Uhr! Die Assistenzangebote müssen in Zukunft weiter ausgebaut und gestärkt werden, um so Barrierefreiheit zu erreichen. Es ist die Möglichkeit für den Taubblinden, so aus einer stillen und dunklen Welt zu treten.

Tschüss bis bald und kommt nach Berlin zur Demo. Lothar Herz

Aktion Taubblind - Situationsbericht von Jutta Herz

Übersetzung Deutsche Gebärdensprache

Hallo, mein Name ist Jutta. Ich bin Usher-Betroffene, von Geburt an gehörlos, habe Glaukom (Grüner Star) und bin hochgradig hörsehbehindert.

Meine Situation ist so ähnlich wie bei Martina und Georg. Ich bin alleinstehend und wohne bei meinem 82jährigen Vater. Leider klappt die Kommunikation unter uns beiden nicht sehr gut. Mein Bruder Lothar ist ebenfalls taubblind und hat eine einige Familie (Frau und 2 Kinder).

Meine Sehkraft begann sich zu verschlechtern als ich 54 Jahre war. Jetzt bin ich 58 Jahre alt. Klar, ich brauche Assistenz und Begleitung, auch einen Betreuer.

Leider scheuen sich viele im Umgang/Kontakt mit Taubblinden. Wenn ich allein in einer anderen, mir fremden, Stadt oder Umgebung muss, bin ich oft unsicher. Mit Assistenz wäre dies nicht so. Die Taubblinden haben auch ein Recht auf ein aktives, selbstbestimmtes Leben - wie alle anderen Menschen auch.

Für mich und auch für alle Taubblinden sind folgende Punkte sehr wichtig:

- die Einführung des Merkzeichen "TBL"

- Taubblindenassistenz (TBA) als anerkannter Beruf.

Also bitte um Eure Unterstützung und Hilfe. Kommt mit zur Demo am 04. Oktober nach Berlin! Ich bin sowieso dabei, natürlich mit Begleitung. Danke ....!